Altusried

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Das Altusrieder Freilichtspiel wird zwar seit 1952 im Areal am Riedbach aufgeführt, dennoch war es lange Zeit gar nicht im Eigentum der Gemeinde.

Eine Idee nimmt Gestalt an

Dies war natürlich keine ideale Voraussetzung, um die Ideen und Pläne von einem Freilichtspiel der Zukunft wahr machen zu können. Schon 1991 begab man sich deshalb auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück, fand aber - das wird jeder, der hier schon einmal ein Stück gesehen hat, verstehen - kein besseres.

Nachdem der Marktgemeinderat mit Bürgermeister Hans Rausch und der Freilichtspielausschuss am 10. August 1992 dem Kauf zugestimmt hatten, kaufte die Gemeinde am 06. Dezember 1993 für 1,2 Millionen Mark das Gelände. Die Altusrieder haben es sich verdient, und das ist hier wörtlich zu nehmen: Der Preis wurde mit Einnahmen früherer Spiele finanziert.

Schon wurden erste Überlegungen angestellt, eine feste Tribüne zu installieren, denn bisher wurde sie nach jedem Spiel wieder abgebaut. Die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes und das Bebauungsplanverfahren wurden ab Januar 1994 betrieben und mussten so manche Hürde, wie beispielsweise die strengen Vorschriften zum Lärmschutz, überwinden. Am 15. Dezember 1995 befasste sich der Marktgemeinderat mit mehreren Ausführungsvarianten (Stahl, Beton, Holz, Textil). Am 7. März 1996 wurde ein geologisches Gutachten des Geländes erstellt.

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Die Altusrieder wurden auf Bürgerversammlungen immer über den letzten Stand der Dinge bei "ihren" Freilichtspielen informiert. Am 6. März 1997 fiel dann der entscheidende Beschluss im Gemeinderat und damit das Votum für eine Tribüne in Holz und in der einzigartigen Wellenform, die man heute bewundern kann. Der Architekt Leopold Mohr aus Altusried übernahm die Bauplanung, Prof. Julius Natterer, Lausanne, die Tragwerksplanung.

Wieder war es eine Bürgerversammlung, die das erste Stück für die neue Bühne bestimmte: "Anno 1525 - Bauernkrieg im Allgäu".

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Am 18. August und 30. Oktober wurden die Baugenehmigungen erteilt, der erste Spatenstich fand am 22. September 1997 statt. Die Betonarbeiten im Kellerbereich beschäftigten die Bauarbeiter im Laufe des Jahres 1998. Die Fachwerkträger standen im April 1999. Dass diese wundervolle Tribüne aber heute tatsächlich so eindrucksvoll dasteht, war nicht zuletzt den unzähligen Arbeitsstunden zu verdanken, die die Altusrieder in "ihr" Gelände investiert haben.

Baubeschreibung

Die Konstruktion wird getragen von fünf auskragenden, räumlichen Fachwerkträgern aus Rundhölzern mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm und einer Länge bis zu 14m. An drei Stellen lagern die insgesamt 31m langen Kragträger auf den Betonstützen und Stahlabspannungen auf. 

Die Tribünenschale ist in Holz-Beton-Verbundbauweise bis zu 9 Meter gespannt. Das Dach besteht aus verleimten Holz-Hängerippen, auf die wiederum die Dachschale diagonal aufgenagelt ist. Die Verbindungstechnik wurde mit dem Bertsche Verbundsystem ausgeführt, die Horizontalkräfte in den Giebelfeldern durch die A-förmigen Abspannböcke aufgenommen. So entstand ein leichtes und aussteifendes Flächendach, das dem Dach anmutigen Schwung verleiht. 

Das geschwungene Bühnendach demonstriert eindrucksvoll, dass Ingenieure dem Holz mittlerweile neue Bereiche als Baustoff erschlossen haben, und dass Architekten und Konstrukteure auch bereit sind, einer innovativen architektonischen Ästhetik neue Dimensionen zu eröffnen. Beispielgebend bei diesem Bau war auch der Einsatz der Holzbetonverbund bzw. Brettstapelbauweise bei der Tribüne, den Gaderoben und den Aufenthaltsräumen. 

Auch das Prinzip der lokalen Wertschöpfung wurde vorbildlich umgesetzt. So wurden für den Bau nur einheimisches Holz der Gemeinde verwendet, das von den ansässigen Sägereien und Zimmereien verarbeitet wurde.

(Quelle: BCN Natterer, Homepage)

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